Geschichte
Das Schloss Hasenwinkel wurde nach einem Entwurf des mecklenburgischen Architekten Paul Korff von 1908 bis 1912 erbaut. Der Bauherr Wladimir Schmitz, ein deutsch-russischer Diplomat, legte vor allem Wert auf eine Kombination aus repräsentativem Schloss und landestypischem Gutsherrensitz. Mit seinem neubarocken Stil zählt das Schloss zu den wenigen „klassisch mecklenburgischen“ Gutshäusern aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg.
Doch der 1. Weltkrieg und die Oktoberrevolution hinterließen Spuren und so verkaufte Wladimir Schmitz 1927 sein Gut an die Familie Girardet.
Kurt Girardet fühlte sich in dem großen Schloss unwohl und bevorzugte das einfache Landleben. So kam es, dass die Familie bereits in den 30er Jahren versuchte, das Gut wieder zu verkaufen. Doch zunächst fehlte es an Käufern und zusätzlich machte der 2. Weltkrieg ihnen einen Strich durch die Rechnung. 1941 zeigte die Heinkel Flugzeugwerke in Warnemünde ein großes Interesse an dem Schloss. Man plante, es als Erholungsheim für die Mitarbeiter zu nutzen. Doch der Krieg und letztendlich die Nachkriegszeit entwickelten sich anders als erwartet, sodass die Herren aus Warnemünde Hasenwinkel niemals bezogen. Die Familie Girardet erhält das Wohnrecht für Hasenwinkel, doch schon zu Beginn des Krieges wird Kurt Girardet als Reserveoffizier eingezogen.
Das Schloss selbst wird 1943 für die Unterbringung mehrerer Klassen der Wismarer Jungen-Oberschule requiriert. Anfang 1945 kehrt die Schule nach Wismar zurück, stattdessen dient das Schloss nun als Zielort für Kinder der Kinderlandverschickung.

Im Mai 1945 zieht in Hasenwinkel die sowjetische Armee ein und das Schloss wird Sitz des Militärstabs. Die Rote Armee verbringt einige Wochen dem Schloss, dann ziehen die Truppen ab und aus Hasenwinkel wird rasch ein Zufluchtsort und Übergangsheim.
1948 fällt eine ausschlaggebende Entscheidung für Hasenwinkel: Das Schloss wird renoviert und dient als Landesverwaltungsschule der mecklenburgischen Landesregierung. Bereits drei Jahre später geht die Schule in die Fachschule für Staatswissenschaft über. Im Jahr 1970 wird Hasenwinkel weiter ausgebaut zu einer Akademie für sozialistische Wirtschaftsführung.
Nach der Wende 1990 sind die Hauptthemen, die politische und wirtschaftliche Zukunft Ostdeutschland, hierzu gehört auch die Förderung unternehmerischer Bildungspolitik und Bildungsarbeit.
NORDMETALL beschloss schon 1987, weitere Bildungsstätten zu finanzieren und sie der Studien- und Fördergesellschaft Schleswig-Holsteins zu verpachten. Es wird ein Programm für das Aus- und Weiterbildungszentrum Hasenwinkel zusammengestellt und bereits im März 1990 beginnt das erste Seminar mit dem Thema Arbeitsrecht. Des Weiteren legen die Bundesregierung und Bundesanstalt für Arbeit 1990 ein Partnerschaftsprogramm fest: Partner Ost und Partner West gründen gemeinsam Weiterbildungsstätten, die Arbeitsamtsmaßnahmen durchführen sollen. Allerdings besteht folgendes Problem: Hasenwinkel ist nur schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, sodass viele Umschüler nur wenige Tage bleiben. Um das Problem zu lösen, werden die Kurse der Arbeitsamtsmaßnahmen nach Schwerin verlagert. Ab 1.1.1991 gilt Hasenwinkel als Weiterbildungszentrum des Bildungswerkes der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V.
1993 erwirbt NORDMETALL schließlich Hasenwinkel und plant, die Management-Akademie aufzubauen. Die Sanierungsarbeiten dauern zweieinhalb Jahre, bis ins Frühjahr 1996. Am 2.4.1996 fand schließlich die Eröffnung des Tagungshotels Schloss Hasenwinkel als modernes Tagungszentrum durch den Betreiber, das Bildungswerk der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V., statt und schon wenige Jahre später, im Sommer 1999, wird Hasenwinkel zu einem Top-Tagungszentrum, zum Tagungshotel der Wirtschaft/Schloss Hasenwinkel (TdW) ausgebaut. Drei Jahre später gehört Hasenwinkel bereits zu den Top-Ten-Tagungshotels. Ein Jahr später erhält Hasenwinkel eine weitere Auszeichnung und wird in den Kreis der „ausgewählten Tagungshotels zum Wohlfühlen“ aufgenommen. Hasenwinkel ist ein Ort, an dem es gelungen ist, Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Kultur und Öffentlichkeit sinnvoll zu vereinen.







